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Von der Schweiz ans Mittelmeer

Eine zweite 14-tägige Radreise in diesem Jahr? Warum nicht. Ich wollte schon länger mal nach Frankreich – auch wenn ich etwas Angst wegen nicht vorhandener Französischkenntnisse hatte. Meine Hoffnung: die letzten Sonnenstrahlen im September am Mittelmeer genießen. Ausgangspunkt sollten die Schweizer Alpen irgendwo im Wallis sein. Ursprünglich wollte ich den Rhoneradweg (EuroVelo 17) fahren, hatte mir dann aber eine Variante durch’s Gebirge über Grenoble überlegt, die abwechslungsreicher sein könnte.

Die wichtigste Vorbereitung war die Rückfahrt: Fahrradmitnahme ist in französischen TGVs extrem rar, es gibt zwar die Möglichkeit, ein verpacktes Rad überall mitzunehmen, das ist am Bahnhof aber deutlich umständlicher, da man ja das Fahrrad zusätzlich zum Gepäck rumtragen muss und auch die Demontage noch notwendig ist. Wenn es irgendwie geht, wollte ich das also vermeiden. Zum Glück existiert einmal am Tag eine TGV von Marseille nach Straßburg mit vier Fahrradplätzen. Den habe ich dann auch schon Anfang August (stornierbar) gebucht. Von Straßburg schafft man es dann am gleichen Tag noch nach Hause, zur Verbindung dann aber am Ende mehr.

Wertvolle Tipps zur Anreise mit dem Zug und Fahrradtransport findet man übrigens auf Anderswo → Frankreich.

Samstag: Anreise

Am Freitag noch Sommerfest im Betrieb, bin spät nach Hause gekommen, aber ich hatte auch eine Zugverbindung gebucht, wo es erst kurz vor Mittag losgeht. Nach der ganzen Corona-Geschichte mit sehr viel Homeoffice wollte ich tatsächlich mal einige Kollegen wieder persönlich sehen – normalerweise sind solche Betriebsfeste nämlich eher nicht so mein Ding. Gepackt war ohnehin schon größtenteils. Wegen Bauarbeiten war die Gäubahn über Singen gesperrt, ich musste also einen Umweg über Karlsruhe fahren. Alternativ wäre auch München möglich gewesen, da sind die Mitnahmekapazitäten für Räder aber geringer.

Nürnberg Hbf      ab 11:41      IC 2068
Karlsruhe Hbf     an 14:53

Karlsruhe Hbf    ab 15:11       ICE 75
Basel SBB        an 16:55

Basel SBB        ab 18:28       IC 1083
Thun             an 20:03

Thun             ab 20:26       IC 830
Brig             an 21:11

Immerhin war die Fahrkartenkombination echt günstig. Dazu kam dann noch eine Velo-Reservation für 2 Franken direkt bei der SBB.

Nachdem ich in Anwanden gestartet bin, hatte ich noch einen knappen Umstieg in Ansbach, der aber funktioniert hat. Leider war, wie fast immer, mein Fahrradstellplatz durch jemand anders belegt, der sich im Wagen geirrt hat, aber etwas unbeholfen war. Mit dem Schaffner habe ich dann vereinbart, dass ich in Crailsheim „umziehe“, und für mein Entgegenkommen bekam ich einen Getränkegutschein. Sehr nett. In Crailsheim saß ich dann endlich, im (leeren) Kinderabteil, und endlich ohne FFP2-Maske.

Umstieg in Karlsruhe, im ICE dann sehr eng wegen vieler Koffer und einer zusätzlichen Velofahrerin im Türbereich, die aber die Erlaubnis hatte. Nun gut, Zugfahren mit Fahrrad ist halt meistens nicht so entspannt, aber wichtig ist das Ankommen und bisher hatten sich die Strapazen auch immer mehr als gelohnt.

Herrlicher Sonnenschein in Basel
Bahnhofshalle in Basel SBB

Basel hat übrigens bahntechnisch eine Besonderheit, nämlich den Bahnhof Basel Badischer Bahnhof: obwohl vollständig in der Schweiz gelegen handelt es sich um deutsches Zollgebiet. Außerdem kann man bis Basel Bad Bf innerdeutsche Fahrkarten buchen, da es sich um einen Grenztarifpunkt handelt. Das kennt man aber auch von Salzburg oder (umgekehrt, also aus österreichischer Sicht) Passau, wo es aber diese staatsrechtliche Besonderheit nicht gibt (auch nicht gab als Österreich kein Teil der EU war).

Der Zug von Basel war fahrradtechnisch dann quasi leer, ich bin ja auch „gegen“ die Ausflügler gefahren: man fährt normalerweise morgens ins Gebirge und abends wieder zurück, ich bin ja abends ins Wallis gefahren. Von Bern bis Brig begleitet mich noch @niklas_net, der gerade in der Schweiz unterwegs ist. Immer interessant, Leute von Twitter persönlich zu sehen: Oft ist der Eindruck ganz anders wie in elektronischer Form. In Brig ärgere ich mich noch über einen Snackautomaten, der zwar das Geld für mein Frühstück verspeist hat, dasselbe dann aber nicht ausgespuckt hat. Was soll’s.

Warum überhaupt Brig? Nun, von der Rhonequelle inkl. Oberalppass wäre ich gerne gestartet, hatte aber Bedenken, dass das in zwei Wochen klappt. Nachdem ich das obere Rhonetal ja schon kenne, dachte ich mir, ich starte einfach dort wo ich das letzte Mal losgefahren bin, nur eben in die andere Richtung.

Bei einer Ankunft um 21 Uhr wollte ich nicht zelten, stattdessen eine günstige Unterkunft gebucht, so ähnlich wie eine Jugendherberge. Checkin war ein hinterlegter Schlüssel, den ich zunächst nicht gefunden hatte und daher schon die leichte Panik, vor der Tür schlafen zu müssen. Im September ist es um 21 Uhr längst dunkel und es war auch etwas frisch. Zelt aufbauen wollte ich nicht mehr. Es hat sich dann aber schnell geklärt.

Mein Bett: einfach aber völlig ausreichend

Hat also alles gut geklappt, ich freue mich auf den nächsten Tag, bin aber hundemüde.

Sonntag: Nach Martigny

Heute stand eine längere Etappe an, am Ende sollten es 106 km werden, geplant waren aber etwas weniger. Das Wetter ist perfekt, sonnig, nicht zu warm. Aber erstmal Checkout und dann ein Frühstück am Bahnhof. Dafür muss ich nur das Velo den Berg runterrollen lassen.

Ich verfahre ich mich erstmal (trotz Garmin) in die falsche Richtung. Obwohl mir bewusst war, dass es die falsche Richtung ist, bin ich trotzdem erstmal dem Weg gefolgt, aber bin dann doch noch umgedreht.

Die Rhone, oder, wie sie hier heißt, Rotten
Die Bahnstrecke der Matterhorn-Gotthard-Bahn – zwischen Visp und Brig verlaufen die SBB-Normalspurstrecke und die Schmalspur-Zahnradstrecke der MGB parallel
Oben sieht man die Antennen des Abhörsystem »Onyx«

Aufgrund der langen Etappe bleibt wenig Zeit für Pausen, in Sitten nehme ich mir aber die Zeit, mir die Festung anzugucken. Von dort hat man einen wunderschönen Blick über das ganze Rhonetal.

Innenstadt von Sitten
Festung von Sitten
Kapelle vor der Festung

Auch der Weg passt: Meistens fahre ich auf asphaltierten Wirtschaftswegen wie diesem hier. Die Beschilderung ist in der Schweiz ohnehin perfekt: der Weg ist als Rhone-Route 1 ausgeschildert. Bald passiere ich dann auch die Sprachgrenze, die Schilder sind jetzt französisch.

An den Farben erkennt man den baldigen Abend

Der Campingplatz Martigny liegt etwas ungünstig zwischen Straßen, der Verkehr ist allgegenwärtig. Ansonsten passt aber alles, die TSC-Campingplätze sind halt etwas teurer; ich bin noch im Computersystem vorhanden vom letzten Jahr. Die Radfahrer und Motorradfahrer sind zusammen gelegen direkt beim Eingang, man kann die Steckdosenkästen mit normalen (schweizer) Steckdosen benutzen, also keine Campingstecker.

Ich schaue mir noch den Bahnhof und speziell die Martigny-Châtelard-Bahn an. Bin noch etwas unentschlossen, ob ich morgen den Pass fahre oder mir vom Zug etwas helfen lasse, bei der Planung habe ich mir beide Optionen offen gelassen und wollte vor Ort entscheiden.

Martigny-Châtelard-Bahn
Bahnhof Martigny – hier fahren auch „normale“ Züge der SBB

Montag: Auf nach Frankreich

Für die nächsten Tage ist eher schlechtes Wetter angekündigt, aber heute wird's nochmal richtig sonnig. Ich hatte mir zu Beginn der Reise mehrere Varianten offen gehalten:

  • Der Rhoneradweg über Genf, die einfachste Variante. Eigentlich hatte ich die schon beerdigt und nur für „Notfälle“ (zum Beispiel schlechtes Wetter) auf der Agenda.
  • Die Variante über Grenoble und dann Richtung Rhone und zum Mittelmeer. Entweder die Pässe fahren oder eben mit der Bahn.
  • Über Grenoble, dann aber nicht zur Rhone sondern im Gebirge bleiben über Gap. Diese Variante wäre ich am liebsten gefahren, allerdings waren mir die Wetteraussichten zu schlecht und leider ist auch wegen Bauarbeiten Schienenersatzverkehr auf der Bahnstrecke von Gap nach Marseille, daher keine Mitnahmemöglichkeit von Fahrrädern. Wenn ich es also zeitlich nicht schaffen würde oder aus anderen Gründen abbrechen müsste, wäre das sehr doof.

Im Prinzip war mir daher klar dass es die mittlere Variante werden wird, die Frage war bloß noch: mit dem Zug oder in die Pedale treten. Angesichts des schönen Wetters habe ich mich dann am Morgen spontan für die Pedale entschieden, ein bisschen Ehrgeiz hab ich schließlich auch. Ausgeschilderten Radweg gab es nicht, ich hatte mir eine Route nördlich rausgesucht, im Prinzip parallel zur Bahnstrecke. Leider ist es keine durchgängige Straße sondern ein Abschnitt über Schotter, der sich als schlecht zu fahren herausstellte. Vorteil war dann aber: kaum Verkehr, da es kein Durchgangsverkehr ist sondern eben bloß zu den Dörfern jeweils von der einen oder anderen Richtung. Und: viele Gelegenheiten, die Bahn zu fotografieren und notfalls auch auf diese umzusteigen. Es war absolut die richtige Wahl, würde ich auch jedem empfehlen, der eine ähnliche Idee hat. Wenn man eher bikepacking-mäßig unterwegs ist, kann man auch durchfahren.

Endlich die Gelegenheit, diese Burg bei Tag abzulichten:

Burg La Bâtiaz in Martigny

Und dann geht's auch schon den Berg hoch. Um die 6 bis 8 % Steigung (laut meinem Tacho, was die Steigung betrifft ist der barometrische Messer besser als GPS-basierte).

Wunderbarer Ausblick auf das Rhonetal

Erst durch den Tunnel, dann dann über die Pont de Gueuroz über das Vallée du Trient. Leider ließ sich die Brücke nirgends wirklich gut fotografieren. Neben der alten 1932 bis 1934 errichteten Brücke befindet sich seit 1993–1994 eine neue Sprengwerkbrücke. Die alte ist nun exklusiv für Fußgänger und Radfahrer reserviert was angesichts dessen, dass man den übrigen Weg auf der Straße radeln muss, eigentlich auch nichts bringt. Man wollte im Prinzip die alte Brücke erhalten.

Tunnel

Der erste kleinere Ort mit Bahnhof ist dann Salvan.

Blick auf Salvan

Die Straße geht noch ein Stück weiter, dann kommt aber eine Schotterstrecke, teilweise durch den Wald. War mir dann zu schlecht zum fahren (Kombination aus Steigung, schlechtem Untergrund und Kurven, ich würde sagen man braucht da ein Mountainbike und/oder weniger Gepäck), ich war aber eigentlich auch ganz froh. Hab dann ein paar Kilometer geschoben, dann war wieder Straße und den Rest konnte man super fahren. Unter Zeitdruck könnte man auch die Bahn nehmen.

Gegen 14:30 Uhr bin ich dann an der französischen Grenze. Kontrollen keine. Und ich habe wieder Internet. Denn leider bin ich schon in Basel in eine Falle getappt: mein Provider Mobilcom hatte horrende Roaminggebühren, so dass ich für 5 MB 60 € gezahlt hatte und dann in die Kostensperre gelaufen bin. Stand leider wirklich so in den AGBs, habe dann hinterher gekündigt. Trotzdem hieß das erstmal eben für 1 1/2 Tage keine Daten. Am Campingplatz gab's aber WLAN.

Grenzübergang nach Frankreich
Erster Bahnhof in Frankreich

Die Berge werden höher, links von der Strecke befindet sich immerhin die Mont-Blanc-Gruppe.

Hier ist es sehr touristisch, man will natürlich vom höchsten Berg Europas profitieren. Am touristischsten empfinde ich Chamonix-Mont-Blanc. Ich fahre noch ein Stück weiter und bleibe schließlich am Camping Les Marmottes kleben.

Chamonix-Mont-Blanc
Camping Les Marmottes
Blick auf die Bahn direkt vom Zelt

Am Campingplatz ist die Verständigung kein Problem. Man spricht englisch, nimmt aber nur Bargeld. Mit Euro hab ich ja kein Problem, in der Schweiz bin ich durchgekommen ohne Franken abzuheben. Das Zelt ist schnell aufgebaut, ich muss aber nochmal ein paar Kilometer fahren zum Einkaufen und wieder zurück.

Es wird schnell kühl und ich bin auch müde. Im Schlafsack hab ich dann, ausgelöst durch das Anwinkeln der Beine mehrere heftige Krämpfe. Das Ganze beruhigt sich dann aber schnell indem ich diese Bewegung vermeide. Das Radfahren war wohl doch anstrenger als gedacht. Ich beschließe, am nächsten Tag Magnesium zu kaufen. Ob es dann gelöst hat, weiß ich nicht, hatte das Problem dann aber in der Heftigkeit auf der Reise nicht mehr.

Dienstag: Auf und ab

Heute steht so eine Zwischenetappe an. Ich fahre weiter entlang des Tals. Jeder Ort versucht, von der Nähe zum Mont Blanc zu profitieren. Es ist ein auf und ab, aber kein richtiger Pass. Insgesamt etwas weniger Höhenmeter und weniger Strecke als am letzten Tag, ich bleibe wieder unter 50 km. Die Luft ist halt irgendwie auch raus nach zwei anstrengenden Tagen. Das Wetter ist so lala, bewölkt aber es bleibt erstmal trocken.

Erstmal noch ein Bild Campingplatz. Es ist frisch geworden.

Leider keine echten Murmeltiere
Blumen an Brücken sieht man in Frankreich hier sehr oft
Echt schöne Gegend hier – für mich aktuell mehr „Alpen“ wie „Frankreich“
Bahnbrücken auch hier

Der erste größere Ort ist Saint-Gervais-les-Bains. Beim Reinfahren sticht mir grad diese „Straßenbahn“ ins Auge:

Tramway du Mont-Blanc

Hier dann der Bahnhof:

Bahnhof der Tramway du Mont-Blanc

Ich überlege kurz, einen Tag hier zu bleiben um die Bahn auch benutzen zu können. Allerdings ist das Wetter heute schon relativ schlecht, am nächsten Tag soll's vermutlich regnen, insofern entscheide ich mich dagegen. Es hätte sich nicht gelohnt. Stattdessen noch einen Blick auf den Bahnhof:

Bahnhof Saint-Gervais-Le Fayet

Der Bahnhof Saint-Gervais-Le Fayet ist ein Knotenpunkt zwischen drei verschiedenen Bahnstrecken. Die normalspurige Bahnstrecke La Roche-sur-Foron–Saint-Gervais endet hier, und zwei verschiedene meterspurige Strecken führen in die Hochtäler der Arve. Die Bahnstrecke nach Vallorcine folgt dem Verlauf der Arve und garantiert den Zugang in das Tal von Chamonix.

Am Nachmittag komme ich dann durch Sallanches, ein Ort mit schachbrettartigen Straßen. Ich erledige meinen Einkauf und mache mich dann aber auf dem Weg, zum Schluss steht noch eine längere Steigung an.

Platz in Sallanches

Leider relativ viel Verkehr, meistens gibt es aber eine rechte Spur wo man ganz gut fahren kann. Es wird immer trüber, ich befürchte Regen. Ich finde einen relativ kleinen Campingplatz, der auch fast leer ist. Immerhin etwas abseits von der Straße.

Mein Zelt ziemlich einsam am Campingplatz
Sanitätshaus am Campingplatz
Tierischer Besuch

Mittwoch: Regen, Regen, Regen

Der Morgen beginnt diesig, es riecht nach Regen. Erstmal ist es aber nach einem Schauer noch trocken, ich kann mein Zeug ganz gut abbauen und einpacken. Kühl ist es geworden.

Kirche
Schöne Aussicht
Man beachte das Fahrrad

Nachdem mir klar war, dass es nichts bringt, den Regen „auszusitzen“, bin ich dann weitergefahren. Es regnete auch nicht besonders stark, man konnte ganz gut fahren. Im Prinzip geht es erstmal auch nur bergab.

So wie dieser Esel gucke ich ungefähr

Die Straße führt durch eine Schlucht, es geht bergab, lässt sich aber gut fahren mit wenig Verkehr. Der Regen wird leider langsam stärker. Bei Sonnenschein wäre das ne wunderschöne Strecke.

Die Straße war wenig befahren

Angekommen in Ugine, ziemlich industriell geprägt. Es gibt einen Bahnanschluss aber nur für Güterverkehr. Und es regnet jetzt heftig. Ich stelle mich bei einer Schule unter bis das gröbste vorbei ist. Normalerweise würde ich jetzt weiter im Tal Richtung Faverges fahren. Bin auch am Überlegen mir schon dort ein Hotel zu nehmen. Am Wetterradar sehe ich dass es vor allem im Tal in Ost-West-Richtung regnet und weniger im Norden. Spontan entschließe ich mich daher, nach Annecy zu fahren, in der Hoffnung, dass es dort trocken ist.

Von Ugine nach Annecy gibt es einen sehr gut ausgebauten und beschilderten Radweg. Es ist tatsächlich kurz trocken, allerdings verfolgt mich quasi der Regen. Zwar habe ich Regenjacke und Outdoor-Hose, aber eben keine Regenschuhe und auch keine Überschuhe und langsam wird's wirklich ungemütlich. An Zelten will ich heute nicht denken, stattdessen wird es ein Hotel werden.

Richtung Annecy

Der Radweg verläuft auf einer stillgelegten Bahntrasse. Ein paar Relikte am Rand und Hinweistafeln erinnern daran. Irgendwann taucht rechts der Lac d’Annecy auf. Wunderschön, wäre bloß der Regen nicht. Mittlerweile hab ich auch ein Hotel gebucht, ein Ibis Budget am Stadtrand.

Altes Bahnhofsgebäude
Blick auf den See
Château de Duingt
Annecy

Angekommen in Annecy, es regnet, ich will einfach nur ins Hotel. Die Innenstadt schaut echt nett aus. Annecy ist übrigens Partnerstadt von Bayreuth. Leider ist das Hotel weiter außerhalb als gedacht und leider ist dieses außerhalb auch etwas höher gelegen.

Dieses Hotel liegt in einem Gewerbegebiet, man spricht nur französisch aber es klappt mit Händen und Füßen und Google Translate. Ich durfte mein Rad mit ins Zimmer nehmen und war am Abend vor allem mit dem Trocknen und Reinigen meiner Ausrüstung beschäftigt. Im Fernsehen finde ich immerhin ein deutsches Programm – einen Infokanal – und gucke noch eine Dokumentation zur Amtszeit Merkels.

Donnerstag: Von See zu See

Ich muss gestehen, dass ich gestern einen Tiefpunkt hatte und am liebsten nach Hause gefahren wäre. Aber sowas gehört halt auch dazu. Leider waren meine Schuhe trotz günstiger Lagerung immer noch nicht trocken. Das Wetter heute war dann aber besser. Nicht sonnig sondern größtenteils wolkig, aber trocken.

Am Morgen hab ich mir dann aber erstmal die Stadt angeguckt und mich beim Decathlon noch mit Campingnahrung versorgt. Eines der Dinge, die mir in Frankreich gefallen: in jeder mittelgroßen Stadt gibt's einen Decathlon mit mehr oder weniger standardisiertem Sortiment. Anderseits gibt es kaum andere Outdoor-Läden und auf den Zeltplätzen erkennt man Franzosen eigentlich immer sofort anhand der Eigenmarken von Decathlon.

Bahnhof in Annecy
Frankreich hat sehr viele Kreisverkehre, die häufig sehr schön dekoriert sind

Eines der wichtigsten Wörter, die ich auf meiner Reise lerne, ist boulangerie (Bäckerei), schließlich macht Radfahren hungrig. In Frankreich gibt es keine Brötchen, dafür aber sehr gute Baguettes, teilweise auch halb verkauft (und belegt). Die Versorgung mit hochwertigen Nahrungsmitteln war tatsächlich kein Problem.

Leider hatte ich an diesem Tag andere technische Probleme: meine linkes Pedal hat gestreikt, was sich durch Knacken und Blockieren bemerkbar gemacht hat. Immerhin hat viel Öl das Problem erstmal gelöst. Ich hatte mich dann zwar drauf eingestellt, den nächsten Fahrradladen aufzusuchen, allerdings das dann so lange erfolgreich hinausgezögert dass es nicht mehr notwendig war. Die Pedale waren aber trotzdem im Prinzip defekt und ich habe mir dann zu Hause neue gekauft.

Außerdem hatte ich wieder (wie auf der Kopenhange-Reise) Probleme mit einem defekten iPhone-Kabel, die durch Nässe am letzten Tag entstanden waren. Insofern stand ein Besuch im Handyladen auf dem Programm.

Innenstadt Aix-les-Bains
Lac du Bourget

Es schaut nach Regen aus und ich entschließe mich wieder zu einem Hotel, zumal es hier relativ günstig war. Im Nachhinein die falsche Wahl, es blieb praktisch trocken und in der Nähe des Sees hätte es schöne Campingplätze gegeben. Immerhin habe ich die erste Schlechtwetterperiode nun überstanden, für den nächsten Tag schaut es wieder besser aus.

Meine Befürchtungen bzgl. Frankreich ohne Französischkenntnisse haben sich bislang nicht bestätigt: ja, es sprechen bei weitem nicht alle Englisch, aber man kommt schon irgendwie durch. Unfreundlich waren die Leute jedenfalls nicht und ich hatte eigentlich auch nicht den Eindruck, dass man erwartet, dass jeder Französisch spricht. In Deutschland ist es ja auch nicht viel anders.

Freitag: Bis kurz vor Grenoble

Heute wird ein interessanter Tag: mir ist nämlich klar, dass ich bis kurz vor Grenoble fahren möchte, aber noch nicht, wo ich übernachte. Die Zeltplätze um Grenoble sind etwas seltsam verteilt und der schönste liegt 700 Höhenmeter über der Stadt. Etwas verrückt nur zum Übernachten sich das anzutun, daher weiß ich noch nicht, wo ich lande und fahre einfach los. Das Wetter hat sich beruhigt, es scheint die Sonne.

Durch meinen Abstecher nach Annecy, der mich vor dem Regen bewahren hätte sollen aber es nicht tat, habe ich einen Tag verloren. Erst fahre ich einen ziemlich komischen Weg (eine Mischung aus Navigation und Beschilderung) nach Chambéry. Dort sticht mir der Bahnhofs ins Auge und ich gucke mich erstmal dort um. Ich bin beeindruckt: so einen Bahnhof habe ich in Deutschland noch nicht gesehen. Angenehme Wartebereiche, total sauber, ein Piano und sogar eine Kletterwand gibt's dort. Da würde ich gerne auf einen Zug warten.

Wartebereich
Piano am Bahnhof
Abfahrts- und Ankunftstafeln im SNCF-Design
Außenansicht des Bahnhofs in Chambéry

Anschließend gucke ich mir dann die Innenstadt an.

Die Stadt gefällt mir gut. Kurz danach befinde ich mich wieder auf dem ursprünglich geplanten Weg im Tal der Isère. Der Weg ist gut beschildert und führt auf wenig befahrenen Straßen und Wirtschaftswegen und durch Dörfer, genau nach meinem Geschmack.

Zwar nicht mehr das Mont Blanc Massiv aber die Berge sind deutlich zu erkennen

In Meylan kurz vor Grenoble muss ich mich dann entscheiden: hoch zum Campingplatz Camping La Virette oder was anderes suchen? Es ist schon 17:45 Uhr, die Rezeption hat aber bis 20 Uhr offen, außerdem war ich ziemlich sicher, dass um die Jahrezeit noch genug frei ist. Ich fühle mich noch fit, insofern entschließe ich mich tatsächlich, die 700 Höhenmeter hochzufahren, nur um dort oben zu übernachten.

Meylan
Blick auf Grenoble

Endlich oben, ziemlich kaputt, die Betreiberin spricht englisch und ist sehr nett. Der Preis wieder mal günstig, auf französischen Plätzen zahle ich häufig nur einstellige Eurobeträge. Duschmarken gibt's auch keine.

Nicht viel los
Mein Zelt

Samstag: Durch Grenoble

Grenoble ist die erste größere Stadt (um die 160 000 Einwohner) in meinem Urlaub. Tatsächlich ist es – noch vor Innsbruck mit 130 000 Einwohnern – die größte Stadt „in“ den Alpen. Aber erstmal ein ausgiebiges Frühstück am Berg und in der Sonne, die Fahrt nach oben hat sich wirklich gelohnt.

Kirche in dem kleinen Dorf beim Campingplatz

Bis Grenoble ist eigentlich nur Rollen angesagt. Genauso anstrengend wie die Auffahrt war, genauso entspannt ist die Abfahrt. Die Bremsen glühen etwas. ;-)

Aussicht auf Grenoble

Langsam löst sich unten auch der „Nebel“ auf und es scheint die Sonne. Heiß ist es aber nicht mehr, dafür ist der September schon zu fortgeschritten. Wir befinden uns immerhin noch in den Alpen.

Blick auf die Isère in Grenoble

Grenoble macht auf mich einen lebenswerten Eindruck, wahnsinnig tolle Sehenswürdigkeiten fallen mir aber nicht auf. Der Radverkehr ist ganz gut organisiert. Ansonsten fahren viele Straßenbahnen. Es gibt auch eine Seilbahn auf den Berg, nachdem ich aber von oben (wenn auch von woanders) komme, verzichte ich auf die Fahrt.

Straßenbahnen dominieren den öffentlichen Nahverkehr in Grenoble
Platz in Grenoble

Ich fahre zu einem Einkaufzentrum, wo es einen Decathlon geben soll, um noch eine Packung Campingnahrung zu kaufen. In dem gleichen Einkaufzentrum gibt es aber noch einen anderen, gut sortierten Outdoorladen, wo ich dann auch noch so ein schickes Klappmesser kaufe – die Baguettes lassen sich mit dem Essbesteck aus Titan nicht wirklich gut schneiden.

Mittagessen gibt's beim Paul, einer landesweiten Bäckereikette. Dort wird auch das erste Mal mein Corona-Impfnachweis kontrolliert, zwar gescannt aber ohne Ausweiskontrolle. Insofern auch nicht wirksamer als hierzulande.

Gebäude der Universität
Innenstadt mit Straßenbahn
Cathedrale de Notre Dame in Grenoble
Collégiale Saint-André

Gegen 14 Uhr verlasse ich die Stadt leider schon wieder, ich will ja noch ein Stückchen vorankommen heute. Der Weg führt weiter entlang der Isère (nationale Radroute V63). Das Tal ist relativ klein, außer Fluss, Radweg und Straße findet man teilweise nicht viel.

Stadttor
Radweg entlang des Flusses
Toilettenhäuschen

Am Abend mache ich mich auf Campingplatzsuche. Dafür fahre ich etwas abseits des Weges, das Tal ist auch breiter geworden, allerdings ist ein gewisser Höchenunterschied zwischen Fluss und restlichem Tal zu überwinden. Leider ergibt sich zwischen Grenoble und meinem Campingplatz überhaupt keine Einkaufsmöglichkeit. Das Abendessen ist dank des Campingladens zwar gesichert, aber ich würde auch gerne frühstücken.

Angekommen an einem kleinen Campingplatz versuche ich mich in Englisch, woraufhin mir ein „Sprechen Sie deutsch?“ entgegenschallt. Die Dame spricht astreines Deutsch. Ich bin total verwirrt, erfahre aber, dass es sich um eine Deutschlehrerin handelt. Nachdem ich meine Not über die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten erzähle verkauft sie mir etwas Brioche, damit bin ich dann zufrieden. Die Zeltwiese ist ganz hinten, es ist wenig los und es scheint noch die Sonne. Ich bin glücklich.

Campingplatz in Cognin-les-Gorges

Sonntag: Richtung Rhone

Leider beginnt es gegen Mitternacht relativ stark zu regnen, die Regentropfen trommeln auf mein Zelt und ich kann durch den Lärm schlecht schlafen. Vermutlich auch eine Gewöhnungssache. Gegen Morgen hört dann der Regen wenigstens auf. In der Nacht ist durch den Wind auch noch mein Fahrrad umgefallen, es ging aber nichts kaputt. Meine Laune ist etwas eingetrübt.

Auf den Bildern schaut das Wetter übrigens besser aus als es sich angefühlt hat, einfach weil der nervige Wind fehlt.

Gegenverkehr

Der Weg quert mehrmals den Fluss mit entsprechenden An- und Abstiegen. Nette Gegend! Lässt sich auch gut fahren, wenig Verkehr.

La Sône
Brücke bei La Sône
... und noch eine Brücke
Kanal

Es schaut zwar ständig nach Regen aus, aber es regnet nicht (bis auf ein paar Tropfen). Die erste Stadt auf dem Weg ist Bourg-de-Péage, ich hatte schon überlegt, mir dort ein Hotel zu nehmen, fahre dann aber schließlich doch weiter.

Irgendwas muss Bourg-de-Péage mit Schuhen zu tun haben...
Bahnhofsgebäude, wieder mit nem Schuh

Weite Teile der Innenstadt empfinde ich als hässlich (viele parkende Autos), am Schluss finde ich dann aber die schönen Teile weiter unten.

Schöne Teile der Innenstadt
Brücke über die Isère

Eigentlich wollte ich zelten, der anvisierte Platz hatte dann aber leider schon geschlossen (nur bis 15.9.2021 offen). Der nächste war mir dann zu weit weg, insofern habe ich mich entschlossen, in Valence ein Hotel zu suchen.

... auf dem Weg zum Campingplatz ...
Valence

Der Checkin verläuft sehr hakelig, die Dame spricht kein Wort einer Fremdsprache. Glücklicherweise saß im Foyer eine junge Frau, die vermittelt hat. Das Fahrrad konnte ich in einem Kellereingang einschließen.

Den Abend nutze ich, die vielbeschworenen Corail-Wagen der französischen Eisenbahn zu testen. Erstmal zum Bahnhof.

Bahnhof Valence
Zug mit Corail-Wagen von außen, zusammen mit einer Lok mit gebrochener Nase

Die Züge sind tatsächlich total bequem, ich kann aber leider kein Foto posten von innen hinzufügen weil einfach zuviel los war um zu fotografieren. Leider hatte ich mich beim Fahrkartenkauf am Automaten verbucht, ich hatte für die Rückfahrt versehentlich einen Bus ausgewählt. In Frankreich finde ich das Ganze sehr verwirrend, da es für den Fernverkehr und Nahverkehr getrennte Automaten gibt. Man kann zwar am Fernverkehrsautomaten eben auch Karten für den Nahverkehr kaufen, hat dann aber teilweise Zugbindung oder zumindest Streckenbindung. Genau verstanden habe ich es nicht.

Montag: Schnell gen Süden

Am Anfang der Reise hatte ich ja so meine Bedenken, ob ich es wirklich schaffe nach Marseille. Mittlerweile bin ich guter Dinge. Angelangt an der Rhone geht es jetzt eigentlich nur noch flach dahin. Die Wetteraussichten sind nach den wechselhaften oder regnerischen Tagen auch ganz gut. Allerdings wird das Wetter umso besser, je weiter südlich man ist, insofern möchte ich möglichst schnell ans Mittelmeer.

Am Morgen gucke ich noch kurz Valence an, am Abend war es leider zu dunkel.

Einen solchen überdachten Bereich findet man hier in jeder kleineren bis größeren Stadt
Schmale Gassen gibt's hier ebenso
Ich auch ...
Blick vom Parc Jouvet über die Rhone
... und in die andere Richtung

Und nun endlich nach Süden, auch wenn ich irgendwie schwer von dieser Stadt loskomme.

Die Rhone ist ganz schön groß hier
Eisenbahnbrücke
Brücken können sie, die Franzosen...
Die Berge schauen hier anders aus
Enten sieht man hier öfter

Ich komme am Kernkraftwerk Cruas vorbei, das aus vier Druckwasserreaktoren mit je 915 MW Leistung besteht. Die Abschaltung ist 2025 geplant. Hier wird also der umweltfreundliche Strom für den TGV produziert :-).

Kernkraftwerk Cruas

Langsam kommt immer mehr die Sonne raus, auch wenn's noch windig ist. Der Rhoneradweg ist gut beschildert, teilweise excellent ausgebaut, man fährt aber auch lang am Fluss entlang ohne viel zu sehen. Ab und zu sieht man aber kleine Dörfer, die Gegend ist dünn besiedelt.

Die Rhone

Meine Route war ja bisher mehr oder weniger frei gewählt. Dementsprechend wenig Radreisende sind mir begegnet. In Frankreich ist das eher nicht üblich, dafür sieht man natürlich viele Rennrad- und Mountainbikefahrer. Vor allem Rennräder sind deutlich verbreiteter als hierzulande. Am Rhoneradweg ändert sich das etwas, ab und zu sieht man Radreisende mit Taschen. Den Marken zu Urteilen eher aus dem deutschsprachigen Raum. In Frankreich sind ja eher die Decathlon-Eigenmarken (bei Fahrradzubehör Btwin, bei Zelten Forclaz oder Quechua) üblich, hieruzlande bei Taschen entweder Ortlieb oder Vaude.

Um 16 Uhr erreiche ich Montélimar, eine Kleinstadt mit 40 000 Einwohnern.

Montélimar
Obligatorischer Blick zum Bahnhof

Langsam wird's Zeit, aufzubrechen. Angesteuert habe ich den Camping Municipal de la Graveline, allerdings war da schon geschlossen (Ende September scheint schwierig zu sein). Auf gut Glück bin ich dann seitwärts in Richtung Aire naturelle Le Moulinas gefahren. Am Platz waren ein paar Zelte, allerdings war die Rezeption zunächst geschlossen, es gab allerdings eine Klingel.

Die ältere Dame sprach wirklich kein Wort einer Fremdsprache aber mit ein paar Wörtern Französisch meinerseits, einem Stift und Papier für die Zahlen ging es auch ohne Apps. Was sollte jemand mit Fahrrad auf einem Campingplatz auch anders wollen als ein Zelt aufbauen und übernachten? Immerhin wurde mir jetzt der tiefere Sinn des Wortes egal bewusst (gleich).

Der Platz war riesig, ich konnte mich erst nicht entscheiden, wo ich das Zelt aufbauen wollte, fand dann aber ein schönes, windgeschütztes Plätzchen. Der Lärm von der nahen Autobahn hat aber etwas gestört, ansonsten war es einer der schönsten Plätze auf meiner Frankreichtour.

In diesem Häuschen waren die Sanitäranlagen untergebracht. Auf dem Bild schaut es kleiner aus als es ist.
Zelt mit Licht

Mittlerweile bin ich gut vorangekommen, mein Plan: am nächsten Tag nach Avignon, dann ans Mittelmeer, einen Tag dort bleiben und schließlich am Freitag rüber nach Marseille, wo ich am Samstag mit dem Vormittagszug dann die Rückreise antrete. Wetteraussichten sind gut, es könnte ein schöner Abschluss werden nach den eher trüb-windigen Tagen.

Dienstag: Sur le pont d’Avignon

Heute soll's bis Avignon gehen, ich möchte möglichst früh ankommen damit noch Zeit für die Stadtbesichtigung bleibt. Es befinden sich mehrere Campingplätze auf einer Rhoneinsel vor Avignon, hier lässt sich also Zeltübernachtung mit Stadtbesichtigung wunderbar kombinieren. Oft liegen die Campingplätze ja weit außerhalb des Stadtzentrums und mit schlechter ÖPNV-Anbindung.

Der Tag beginnt sonnig.

Groß ist sie geworden, die Rhone

In Bourg-Saint-Andéol erledige ich ein paar Einkäufe.

Hotel in Bourg-Saint-Andéol

In Frankreich ist man stolz, wenn irgendwo die Tour de France durchgeführt hat, dementsprechend findet man oft irgendwelche Hinweistafeln oder entsprechende Symbolik. In Deutschland würde man sich vermutlich beschweren, dass eine Woche das Parken verboten war.

Einen Bahnhof hat die Stadt leider nicht mehr, auf der rechtsrhonischen Bahnstrecke findet derzeit kein Personenverkehr statt. Die Städte links der Rhone sind anscheinend größer.

Der Weg verläuft wieder viel abseits von Dörfern auf Wirtschaftswegen oder direkt als Radweg. Im Übrigen fast alles Asphalt, Schotterwege sind hier selten.

Nachdem ich in Avignon direkt zur Insel fahren möchte, also von der anderen Seite reinfahre, wähle ich die letzten Kilometer einen komplett anderen Weg als beschildert und lande auch auf Schotter. Insgesamt verändert sich die Vegetation.

Ich nehme den ersten Campingplatz – nach den eher kleinen Plätzen bisher ist der wirklich riesig. Ich soll mir erst einen Standplatz aussuchen und dann die Nummer nennen und einchecken. Immerhin, um 17 Uhr ist mein Zelt aufgebaut und ich bin geduscht. Also noch etwas Zeit, um die Stadt anzugucken.

Von der Insel gibt's eine Fähre rüber zur Stadt, was gegenüber der Brücke eine deutliche Abkürzung ist. Letzte Fahrt kurz nach 18 Uhr, man darf das Fahrrad mitnehmen, die Fahrt ist eh kostenlos. Also auf in die Stadt. Von der Fähre sieht man wunderbar die bekannte (halbe, nicht fertig gebaute) Brücke.

Pont Saint-Bénézet

Avignon ist echt der Hammer. Es ist mit Abstand die schönste Stadt auf meiner Reise durch Frankreich. Viel Zeit bleibt für die Besichtigung nicht mehr, man könnte ohne Probleme zwei Tage dort verbringen. Ich fahre durch die Stadt, esse eine Pizza und konzentriere mich zum Schluss auf den Park bei der Kathedrale.

Glockenturm der Augustinerkirche
Bewachsenes Parkhaus
Kathedrale
Blick auf die Brücke Pont Saint-Bénézet

Bin zum Schluss noch um die Stadtmauer zum Bahnhof geradelt – bin ja großer Fan von erhaltenen Stadtmauern, wie sie Nürnberg hat. Auf dem Weg konnte ich dann auch eine Straßenbahn ablichten.

Stadtmauer
Bahnhofsgebäude von Avignon
Straßenbahn

Hundemüde erreiche ich den Zeltplatz, es war zum Glück noch alles da.

Mittwoch: ans Mittelmeer

Heute will ich unbedingt die letzte Etappe zum Mittelmeer schaffen. Ich habe gut geschlafen, das Wetter passt, insofern sollten den 100 km nichts im Weg stehen. Eigentlich, denn der Tag wird ereignisreich. Ganz am Ende befindet sich ein vielversprechender Campingplatz.

Alles flach hier

Ein Stück verläuft der Weg (vermutlich) auf einer alten Bahntrasse. Dieser Tunnel ist für mich unzweifelhaft der Beweis, man hätte für einen Radweg keinen solchen Tunnel gebaut.

Bei Tarascon

Gegen 14 Uhr treffe ich in der Römerstadt Arles ein. Eigentlich nicht viel Zeit, aber ganz entgehen lassen will ich mir dieses Prachtstück dann auch nicht. Die Einfahrt verläuft über ein Wohngebiet mit unsäglich schlechten Straßen. Dann fährt man durch das Mittelteil einer Brücke, es stinkt fürchterlich obwohl eigentlich genug Belüftung da sein sollte.

Radweg unter der Fahrbahn einer Autobahn bei einer Brücke
Ob Julius Caesar hier persönlich übernachtet hat? Man weiß es nicht.
Gehry-Turm in Arles
Der Bahnhof ist etwas runtergekommen

Immerhin kommt man vom Bahnhof ganz gut in den eigentlich historischen Kern.

Maskenpflicht in der Innenstadt hat man in Frankreich noch öfter als hierzulande, wo das im Sommer eigentlich überall abgeschafft wurde. Ich halte es folgendermaßen: Gucke mir die Einheimischen an, und wenn ich das Gefühl habe, dass mehr als ein Drittel Maske trägt, dann krame ich meine auch raus. Praktisch überall, wo diese Schilder stehen, tut das keiner, also bleibt meine auch in der Tasche. Probleme bekomme ich keine. :-)

Leider ist hier alles ziemlich dicht bebaut, weswegen sich schlecht Fotos machen lassen wegen der Perspektive. Auffallend oft wird hier von Touristen deutsch gesprochen.

Amphitheater von Arles

Durch sehr schmale Gassen geht's zu einem Hauptplatz. Dort gönne ich mir ein Eis. Hier in der Innenstadt ist es fast schon zu warm.

Bzgl. Bargeld vs. Kreditkarte empfinde ich Frankreich wie Deutschland: Die meisten Läden und Supermärkte akzeptieren Kreditkarte aber man kann auch mit Bargeld zahlen, ohne – wie in Skandinavien – seltsam angeguckt zu werden. An Campingplätzen kommt man aber ohne Bargeld nicht weit. Ansonsten bekomme ich an französischen Geldautomaten problemlos Geld mit meiner MasterCard-Kreditkarte ohne zusätzliche Betreiberentgelte. Manchmal fällt es mir etwas schwer, Banken zu finden, einfach weil die Logos unbekannt sind.

Um 16:20 Uhr verlasse ich die Stadt, jetzt noch knapp 30 km schurgeradeaus, sollte machbar sein. Leider geht meinem hinteren Reifen die Luft aus. Fuck! Gleich hält ein schweizer Eherpaar an und fragt mich, ob sie mir helfen können. Ich sage, dass ich eigentlich alles dabeihabe.

Leider hatte ich die Mantelheber vergessen. Normalen Schraubenzieher habe ich auch nicht dabei, nur so ein Steckset. Und ich schaffe es tatsächlich nicht, mit dem Messer (das sich verbiegt) und Fingern diesen verdammten Mantel runterzubekommen. Immerhin identifiziere ich den Metallsplit, der sich seitlich durch den Mantel gebohrt hat. An der Stelle ist die Pannenschutzverstärkung nicht mehr wirksam, es lag wohl an diesen sehr schlechten und dementsprechend schlecht gereinigten Straßen in Arles.

Rhone-Radweg

Immerhin ein vielbefahrener Radweg. Kurz darauf hält ein Franzose an, der kein Wort einer Fremdsprache spricht, und „frägt“ mich, ob er mir helfen könne. Ich zeige ihm meine Not, er packt drei Mantelheber aus seinem Rucksack, lässt es sich nicht nehmen mir noch ein Flickzeug zu schenken, lehnt Geld ab und wir tauschen zusammen den Mantel. Der Tag ist gerettet. Ich bin glücklich. Hilfsbereitschaft und Sprachkenntnisse sind definitiv zwei verschiedene Dinge, ich hatte jetzt nicht dein Eindruck, dass er mich besser behandelt hätte, wenn ich Französisch gesprochen hätte.

Mein Rad ist also wieder fahrtauglich, dummerweise hat das Ganze fast eine Stunde gekostet. Erst beim Blick auf die Route wird mir klar, dass da noch eine Fährfahrt involviert ist, die hat Komoot ohne zu murren da einfach mit eingebaut (es gibt ohnehin keine Alternative zur Fähre).

Zunächst fahre ich was das Zeug hält, dann wird mir aber klar dass das ohnehin nicht bis 19 Uhr, wo der Campingplatz laut Google schließt, zu machen ist. Also gebe ich auf, irgendwo werde ich schon am Feld einen Platz finde, wo ich wild zelten kann. Oder ich baue einfach mein Zelt auf und checke am nächsten Tag ein. Bringt ja nichts. Zurück ist keine Option für mich. Während der Fahrt freue ich mich sogar etwas auf's wild zelten.

Windräder sieht man in Frankreich relativ selten

Nun gut, die Fährfahrt gestaltet sich stressfreier wie gedacht. Als Radfahrer oder Fußgänger braucht man nichtmal bezahlen, die Überfahrt kostet nur für Autos.

Blick von der Fähre

Gegen 19:40 Uhr treffe ich dann am Zeltplatz ein. Es ist noch ein Platz frei, die Rezeption hat noch offen. Moral von der Geschichte: nicht aufgeben, auch wenn es aussichtslos erscheint, aber auch nicht in Panik geraten.

Donnerstag: Pause

Leider hat dieser wunderschöne Campingplatz (Camping les bois flottés de Camargue) einen ganz großen Haken: Mücken. Es gibt anscheinend Leute, die da immun sind. Solche sind meine Zeltnachbarn, zwei junge Frauen aus Deutschland. Die sitzen am Abend noch vor dem Zelt während ich nach dem Aufbauen sofort ins Innere flüchte. Es gibt aber auch andere am Platz, die fluchen. Diverse chemische Mückenbekämpungsmittel zeigen bei mir keine Wirkung, ich werde trotzdem zerstochen.

Bei meinem Zelt ist es besonders schlimm, sowohl am Morgen als auch am Abend. In der Sonne geht's besser. Der Grund für die Mückenplage sind umliegende Felder und Landwirtschaft (Pferde etc.) mit Mist. Ich kann diesen Platz daher nur bedingt empfehlen, andererseits gibt es keinen anderen in der Nähe.

Frühstück

Heute ist also Ruhetag. Ich fahre in den Ort einkaufen und erkunde dann die Gegend und fahre an den Strand. Perfektes Herbstwetter. Wären die Mücken nicht gewesen dann wäre es wirklich perfekt.

Es handelt sich um ein Salzgewinnungsgebiet und es gibt hier wahnsinnig viele Vögel. Man sieht viele Naturbeobachter mit riesigen Objektiven, ich spreche einmal ein Paar aus Deutschland (erkennbar an der Autonummer) an, die mir dann auch erklären, dass viele Vögel auf dem Weg nach Afrika hier vorbeikommen.

Vögel
Das Meer ist noch warm genug zum Baden
Blick auf die Salinen

Im Ort gibt's dann sogar noch Spuren einer Eisenbahn:

Den Rest des Tages verbringe ich lesend am Pool. Aktuell geht's noch mit den Mücken.

Pool am Campingplatz

Leider wird mir jetzt noch meine Powerbank gestohlen, die ich im Waschhaus geladen habe. Klar, ich bin selbst schuld dass ich sie da unbeaufsichtigt lasse, allerdings ist das durchaus üblich an Campingplätzen und es gibt auch nicht so viele Alternativen (von Solarzellen mal abgesehen, die aber nur bei direkter Sonnenstrahlung tagsüber gut funktionieren). Immerhin ist es nur eine Powerbank, andere Leute lassen hier ihr Handy oder ihren Garmin zum Laden liegen. Ich bin zwar mit zwei Powerbanks unterwegs, habe aber nur ein Netzteil dabei, und das ist natürlich auch weg. Hier gibt es auch kein Netzteil zum Kaufen, also muss die Ladung der restlichen, kleinen Powerbank reichen, um morgen nach Marseille zu kommen. Das wird sportlich. Okay, den Weg finde ich auch so, ich würde aber schon sehr gerne den kompletten Weg zu Ende aufzeichnen.

Freitag: Nach Marseille

Tja, nun heißt es Abschied nehmen vom Mittelmeer. Leider gibt es keinen wirklichen Radweg nach Marseille von hier. Die Alternative wäre der Zug gewesen, allerdings müsste ich ohnehin erstmal nach Miramas. Ich habe mich für den direkten Weg mit dem Rad entschieden. Die Route habe ich mir von Komoot raussuchen lassen. Das entpuppte sich als Problem.

Zunächst geht's entlang stark befahrener Straßen durch ein Industriegebiet. Es gibt aber immer sehr breite Standstreifen, wo man zwar aufpassen muss wegen dem Geröll und allem möglichen Zeug (man will ja keinen Platten riskieren), ansonsten aber gefahrlos fahren kann.

Dummerweise lande ich letztlich an einer Stelle, wo man nur durch ein Werksgelände weiterkommt. Oder auf einem unbefahrbaren Schotterweg. Oder zurück über eine Schnellstraße, wo man irgendwie nicht in die richtige Richtung per Auffahrt kommt. Seltsamerweise sagt sogar Google Maps, man solle durch dieses Werksgelände fahren. Ich bin irgendwie in einem Dilemma. Ich will jetzt keine riesigen Umwege fahren und ich entscheide mich mit einem mulmigen Gefühl für das Werksgelände.

Ich mogle mich hinter einem Auto durch die Schranken durch. Sind bloß ein paar Kilometer, ich denke mir, wird schon klappen. Eigentlich bin ich schon relativ weit (an den ganzen Gebäuden vorbei), da werde ich von einem Auto angehalten. Mir war durchaus klar dass ich illegalerweise hier bin, ich stelle mich aber etwas blöd, zeige dem Menschen Google Maps, entschuldige mich und frage, was ich jetzt tun soll.

Der Mitarbeiter der Firma spricht zumindest etwas Englisch, und er sagt mir, ich solle warten, er holt jemanden, der mir weiterhilft. Immerhin war er freundlich. Ich habe irgendwie nicht den Eindruck, dass ich mit Polizei rechnen muss, zwar ein mulmiges Gefühl aber ich bleibe erstaunlich ruhig. Ich denke mir dass denen schon klar ist dass ich keine bösen Absichten habe. Fahrradfahrern aus dem Ausland unterstellt man in der Regel nichts böses.

Nach einiger Zeit kommt die Werksfeuerwehr. Ich werde nochmal befragt (einer spricht etwas Englisch, der andere probiert es mit seiner App, man merkt aber dass er sich über sich ärgert dass er kein Englisch kann). Sie verlangen von mir den Ausweis, letztlich soll ich das Fahrrad in das Auto verladen (ein Transporter), einsteigen, und man fährt mich raus. Man wünscht mir noch eine Fahrt, das Ganze war erstaunlich entspannt.

Im Nachhinein betrachtet war's wohl trotzdem noch das beste, durch's Werksgelände zu fahren. Sicher hätte es aber einen vernünftigen Weg gegeben, wenn ich von Anfang an anders geplant hätte. Der Feuerwehrmann meinte noch dass der Weg jetzt sehr gefährlich sei, das Gegenteil war dann der Fall. Der gefährliche Teil – und das war vor diesem Firmengelände – lag hinter mir. Trotzdem hatte ich Zeit verloren.

Vor Fos-sur-mer
Kirche Saint Sauveur in Fos-sur-Mer

Bei Port-de-Bouc fahre ich an einer interessanten Brücke vorbei, der Pont de Caronte. Was mir nicht bewusst ist: dieses Mittelteil lässt sich drehen. Einmal am Nachmittag wird für eine Stunde die Bahnstrecke unterbrochen und es können Schiffe durchfahren, die höher sind als die Brücke sonst zulassen würde. Dies erfahre ich erst hinterher beim Gucken der Dokumentation „Mit dem Zug entlang der Côte Bleue“.

Pont de Caronte

Kurz nach Port-de-Bouc kommt die Hafenstadt Martigues.

Hafen in Martigues
Panoramablick

Die Gegend ist teilweise noch industriell geprägt (Abbau von Kies?).

Neben der Autobahn gibt's eine alte Nebenstraße, auf der man gut fahren kann.

Um von der Nordseite der Halbinsel nach Marseille zu kommen, muss man einen Berg überwinden. Die Südseite der Halbinsel ist die Côte Bleue, eine Steilküste.

Auf geht's

Dummerweise kommt bald ein Schild, dass die Durchfahrt gesperrt sei weil Privatgelände. Leichte Panik macht sich breit, immerhin ist es schon 17 Uhr und es gibt keine wirkliche alternative Route für's Fahrrad. Glücklicherweise bleibt es bei den Schildern.

Die Aussicht ist wunderschön
Blick auf die Bahnstrecke an der Côte Bleue

Ich bin schon in Marseille, aber um von dort zum Bahnhof zu gelangen sind es noch knapp 10 km. Ich fahre durch „Problemviertel“, die Straßen sind schlecht, der Verkehr ist stark. Kein Wunder am Freitagnachmittag.

Ausblick

In Marseille hatte ich ein Hotel gebucht, direkt gegenüber vom Bahnhof mit dem passenden Namen Hotel Terminus. Mein Fahrrad durfte in den Innenhof, es war günstig und das Zimmer wahr sehr schön. Und ich konnte eben am nächsten Tag direkt starten ohne noch großartig durch die Stadt zu irren. Kann das Hotel empfehlen.

Zimmer im Hotel Terminus

Ich nutze den Abend noch für einen kleinen Stadtrundgang inkl. Fahrt mit der Metro und Straßenbahn.

Blick vom Bahnhof Marseille-Saint-Charles
Bahnhofsgebäude
Farblich sehr stimmig

Beim Benutzen der Metro scheitere ich zunächst fast an der Bedienung der Fahrkartenautomaten. Man muss dieses Teil unten drehen.

Fahrkartenautomat
Eine Metro

Nachts sieht man leider nicht mehr viel von der Stadt.

Hafen

Samstag: Rückfahrt

Es wird eine straffe Verbindung um mit Fahrrad in einem Tag von Marseille nach Nürnberg zu kommen. Fahrkarte für den TGV zurück hatte bereits im August gebucht, für den Rest der Fahrt irgendwann online während der Reise (von Kehl statt von Straßburg, da nur innerdeutsche Fahrradkarten online gebucht werden können).

Marseille-St-Charles   ab 09:44    TGV 2242
Strasbourg             an 15:57

Strasbourg             ab 16:20    SWE 87443
Offenburg              an 16:52

Offenburg              ab 17:02    RE 4728
Karlsruhe Hbf          an 17:49

Karlsruhe Hbf          ab 18:06    IC 2269
Stuttgart Hbf          an 18:49

Stuttgart Hbf          ab 18:57    RE 88645
Nürnberg Hbf           an 21:20

Etwas Sorgen macht mir der Übergang in Straßburg, da ich eben zwei getrennte Fahrkarten habe und beim Verpassen keine Fahrgastrechte. Aber irgendwie wird es schon klappen. Mehr gespannt bin ich auf die Fahrradabstellplätze im TGV.

Letztere befinden sich vorne (oder eigentlich hinten) im TGV-Kopf. Da zwei TGV gekoppelt fahren, ist er auf jeden Fall ungefähr in der Mitte. Leider wird in Frankreich das Gleis erst 20 Minuten vor Abfahrt bekannt gegeben, ich muss also erstmal in der Haupthalle warten.

In diesen „Fahrrad-TGVs“ befinden sich vier Stellplätze vor Klappsitzen zum seitlich stellen, also wie bei Nahverkehrszügen in Deutschland. Wegen der Reservierungspflicht wird man zwangsweise an einen 4er-Tisch neben diese Fahrräder reserviert. Das ist für die Schaffner sicher praktisch, da sie immer wissen wo die Leute sind, die zu den Rädern gehören. Allerdings ist es auch etwas eng.

In der Endausbaustufe sieht das dann so aus:

Vier Fatbikes möchte ich hier nicht hinstellen müssen

Zum Glück hat das alles reibungslos geklappt. Alle drei anderen Reisenden mit Fahrrad waren deutsche, alle mussten in Straßburg aussteigen. Es war leider etwas warm hier vorne und mit Maske schon sehr anstrengend, zum Glück in Frankreich keine FFP2-Maskenpflicht sondern nur eine OP-Maske.

Ein Reisender hat mich noch bis Stuttgart begleitet (er musste nach München), war ganz nett direkt neben anderen Radfahrern zu sitzen, das hat für etwas Unterhaltung gesorgt. Alle Anschlüsse haben geklappt, ich war pünktlich um kurz vor 22 Uhr zu Hause.

Zusammenfassung und Fazit

Ich hab's geschafft, in 12 Etappen von Brig im Schweizer Wallis ans Mittelmeer nach Marseille. Dazu einen Tag Pause und zwei Tage für die An- und Abreise mit dem Zug.

Frankreich 2021 auf Komoot

War eine wunderschöne Tour, wenn auch das Wetter besser sein hätte können. Dadurch sind es auch etwas weniger Zeltübernachtungen geworden wie ursprünglich geplant. Ansonsten hatte ich einen sehr positiven Eindruck von Frankreich. Man kann gut Radfahren ohne ständig von Autofahrern belehrt zu werden. Und man kommt auch ohne Französisch irgendwie durch, auch wenn es sicherlich vorteilhaft ist, die Sprache zu sprechen.

Epilog

Ziemlich müde komme ich zu Hause an und leere den Briefkasten. Mir fällt ein Brief aus der Schweiz auf, von irgendeiner Firma, mit irgendwas „dickem“ drin. Neugierig öffne ich den Brief. Ihr erinnert Euch an die Sache mit dem Snackautomaten? Die Firma hatte mir tatsächlich den verlorenen Betrag als Bargeld geschickt, also Franken und Rappen in Münzform. Die wollen wohl, dass ich wieder in die Schweiz komme.

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